Ein Rollator ist richtig eingestellt, wenn die Griffe etwa auf Handgelenkshöhe liegen, die Person aufrecht gehen kann, die Ellenbogen leicht gebeugt sind und die Bremsen sicher erreichbar und funktionsfähig sind. Der Rollator sollte zur Körpergröße, Kraft, Gehfähigkeit und Wohnsituation passen. Eine falsche Einstellung kann Haltung, Schultern, Rücken und Sicherheit beeinträchtigen. Bei Unsicherheit sollte die Einstellung fachlich geprüft werden.
Einleitung
Ein Rollator kann im Alltag viel Sicherheit und Bewegungsfreiheit geben. Er hilft beim Gehen, ermöglicht Pausen und kann älteren Menschen mehr Vertrauen in die eigene Mobilität geben. Doch ein Rollator unterstützt nur dann gut, wenn er richtig eingestellt ist.
Viele Rollatoren werden zu niedrig, zu hoch oder ohne ausreichende Einweisung genutzt. Dann geht die Person zu weit nach vorne gebeugt, schiebt den Rollator zu weit vor sich her oder erreicht die Bremsen nicht sicher. Das kann zu Unsicherheit, Fehlhaltung oder zusätzlichem Sturzrisiko führen.
Dieser Ratgeber erklärt verständlich, wie die Griffhöhe, Bremsen und Körperhaltung beim Rollator geprüft werden können, worauf Angehörige achten sollten und wann fachliche Beratung sinnvoll ist.
Hauptartikel
Warum ist die richtige Rollator-Einstellung so wichtig?
Ein Rollator ist kein gewöhnlicher Einkaufswagen und kein Möbelstück zum Festhalten. Er ist eine Gehhilfe, die zur Person passen muss. Wenn Griffhöhe, Bremsen, Räder oder Sitzfläche nicht stimmen, kann der Rollator im Alltag weniger sicher sein.
Eine gute Einstellung kann unterstützen bei:
- aufrechterem Gehen,
- sicherem Bremsen,
- besserer Kontrolle beim Lenken,
- weniger Belastung für Schultern und Rücken,
- mehr Stabilität beim Stehen,
- sichererem Hinsetzen und Aufstehen,
- mehr Vertrauen beim Gehen.
Eine schlechte Einstellung kann dagegen dazu führen, dass die Person zu stark nach vorne gebeugt geht, sich auf den Rollator stützt, zu weit hinter dem Rollator läuft oder die Bremsen nicht rechtzeitig nutzt.
Woran erkennt man, dass ein Rollator falsch eingestellt ist?
Angehörige können oft schon im Alltag sehen, ob ein Rollator nicht gut passt.
Häufige Anzeichen
|
Beobachtung |
Mögliche Ursache |
|
Die Person geht stark nach vorne gebeugt |
Griffe möglicherweise zu niedrig |
|
Schultern sind hochgezogen |
Griffe möglicherweise zu hoch |
|
Der Rollator wird weit vor dem Körper geschoben |
Unsicherheit, falsche Höhe oder fehlende Einweisung |
|
Die Person läuft weit hinter dem Rollator |
fehlende Kontrolle oder falsche Haltung |
|
Bremsen werden spät oder gar nicht genutzt |
Bremsen schwer erreichbar oder nicht verstanden |
|
Aufstehen wirkt unsicher |
Rollator wird eventuell falsch als Aufstehhilfe genutzt |
|
Der Rollator kippt oder wirkt instabil |
falsches Modell, falsche Nutzung oder Überlastung |
|
Die Person klagt über Schulter-, Hand- oder Rückenschmerzen |
Griffhöhe oder Haltung prüfen |
|
Der Rollator passt schlecht durch Türen |
Modell zu breit oder Wohnung ungeeignet |
Wenn mehrere dieser Punkte auftreten, sollte der Rollator überprüft werden.
Wie hoch sollten die Griffe beim Rollator sein?
Die Griffhöhe ist einer der wichtigsten Punkte. Als einfache Orientierung gilt: Die Griffe sollten ungefähr auf Höhe der Handgelenke liegen, wenn die Person aufrecht steht und die Arme locker seitlich hängen lässt.
Schritt-für-Schritt: Griffhöhe einstellen
- Normale Schuhe anziehen
Die Einstellung sollte mit den Schuhen erfolgen, die im Alltag getragen werden. - Aufrecht hinstellen
Die Person steht möglichst gerade, nicht nach vorne gebeugt. - Arme locker hängen lassen
Schultern bleiben entspannt. - Griffhöhe prüfen
Die Rollatorgriffe sollten ungefähr auf Höhe der Handgelenke liegen. - Ellenbogen leicht beugen
Beim Greifen der Griffe sollten die Ellenbogen leicht gebeugt sein. - Probegang machen
Die Person sollte im Rollator gehen können, nicht weit dahinter. - Einstellung beidseitig gleich prüfen
Beide Griffe müssen gleich hoch und sicher eingerastet sein.
Diese Regel ist eine Orientierung. Bei besonderen Erkrankungen, starker Beugung des Rückens, Schmerzen oder neurologischen Einschränkungen kann eine individuelle fachliche Anpassung nötig sein.
Was passiert, wenn die Griffe zu niedrig sind?
Sind die Griffe zu niedrig eingestellt, beugt sich die Person oft zu weit nach vorne. Das kann mehrere Probleme verursachen.
Mögliche Folgen:
- gebeugte Körperhaltung,
- stärkere Belastung von Rücken und Schultern,
- Blick geht eher zum Boden statt nach vorne,
- unsicheres Lenken,
- Rollator wird zu weit vor dem Körper geschoben,
- höheres Risiko, ins Stolpern zu geraten.
Besonders bei längeren Wegen kann eine zu niedrige Einstellung unangenehm werden. Angehörige sollten darauf achten, ob die Person nach einigen Minuten deutlich nach vorne „einsackt“.
Was passiert, wenn die Griffe zu hoch sind?
Auch zu hoch eingestellte Griffe sind ungünstig. Dann werden Schultern und Arme oft angespannt.
Mögliche Folgen:
- hochgezogene Schultern,
- verspannter Nacken,
- weniger Kontrolle beim Lenken,
- Bremsgriffe ungünstig erreichbar,
- unsicheres Abstützen,
- schnelleres Ermüden.
Wenn die Person beim Gehen die Schultern hochzieht oder die Arme fast gestreckt nach oben wirken, sollte die Einstellung geprüft werden.
Wie sollte die Körperhaltung am Rollator aussehen?
Eine gute Haltung bedeutet nicht, dass jeder Mensch völlig gerade gehen muss. Viele ältere Menschen haben bereits Rücken-, Hüft- oder Knieveränderungen. Trotzdem sollte der Rollator so eingestellt sein, dass eine möglichst natürliche und sichere Haltung unterstützt wird.
Orientierung für eine gute Haltung
- Kopf möglichst aufrecht.
- Blick nach vorne, nicht dauerhaft auf die Füße.
- Schultern entspannt.
- Ellenbogen leicht gebeugt.
- Hände liegen locker auf den Griffen.
- Oberkörper nicht stark auf den Rollator stützen.
- Füße bewegen sich möglichst zwischen den Hinterrädern.
- Rollator nicht zu weit vorschieben.
Der Rollator sollte nah genug am Körper geführt werden. Wer weit hinter dem Rollator läuft, verliert Kontrolle und kann leichter ins Stolpern geraten.
Was bedeutet „im Rollator gehen“?
Viele Menschen schieben den Rollator weit vor sich her und laufen hinterher. Sicherer ist meist, näher am Rollator zu gehen. Die Füße sollten sich ungefähr zwischen den Hinterrädern befinden. So bleibt die Person aufrechter und kann den Rollator besser kontrollieren.
Vergleich
|
Unsichere Nutzung |
Bessere Orientierung |
|
Rollator weit vor dem Körper |
Rollator nah am Körper |
|
stark gebeugter Oberkörper |
möglichst aufrechte Haltung |
|
Füße weit hinter den Hinterrädern |
Füße etwa zwischen den Hinterrädern |
|
auf den Rollator „hängen“ |
Griffe locker führen |
|
Blick dauerhaft nach unten |
Blick nach vorne und Umgebung wahrnehmen |
Diese Haltung sollte in Ruhe geübt werden, am besten auf ebenem Boden und ohne Zeitdruck.
Wie stellt man die Bremsen richtig ein?
Bremsen sind entscheidend für die Sicherheit. Sie müssen leicht erreichbar, gut dosierbar und zuverlässig sein. Wenn Bremsen zu schwer gehen, ungleichmäßig greifen oder nicht richtig feststellen, sollte der Rollator fachlich überprüft werden.
Bremsen prüfen: einfacher Sicherheitscheck
|
Prüffrage |
Warum wichtig? |
|
Sind beide Bremsgriffe gut erreichbar? |
Die Person muss schnell reagieren können |
|
Lassen sich die Bremsen ohne starke Handkraft ziehen? |
Zu schwere Bremsen werden oft nicht genutzt |
|
Greifen beide Bremsen gleichmäßig? |
Ungleichmäßiges Bremsen kann unsicher sein |
|
Funktioniert die Feststellbremse? |
Wichtig beim Hinsetzen und Aufstehen |
|
Rollt der Rollator trotz Bremse weiter? |
Dann ist eine Prüfung nötig |
|
Sind Bremskabel beschädigt oder locker? |
Sicherheitsrisiko |
|
Versteht die Person Betriebs- und Feststellbremse? |
Bedienfehler vermeiden |
Wenn eine Bremse nicht zuverlässig funktioniert, sollte der Rollator nicht weiter unsicher genutzt werden.
Was ist der Unterschied zwischen Betriebsbremse und Feststellbremse?
Viele Rollatoren haben zwei Bremsfunktionen.
Die Betriebsbremse wird beim Gehen oder auf Gefälle genutzt, um den Rollator zu verlangsamen. Meist zieht man dafür die Bremsgriffe nach oben.
Die Feststellbremse wird genutzt, wenn der Rollator sicher stehen soll. Häufig werden die Bremshebel dafür nach unten gedrückt, bis sie einrasten.
Wann welche Bremse?
|
Situation |
Geeignete Bremse |
|
langsam abbremsen |
Betriebsbremse |
|
Gefälle vorsichtig gehen |
Betriebsbremse dosiert nutzen |
|
vor dem Hinsetzen |
Feststellbremse |
|
vor dem Aufstehen |
Feststellbremse |
|
kurze Pause im Stehen |
Feststellbremse, wenn sicher nötig |
|
Sitzen auf dem Rollator |
Feststellbremse immer aktivieren |
Die genaue Bedienung kann je nach Modell unterschiedlich sein. Deshalb sollte immer die Herstelleranleitung beachtet werden.
Wie prüft man, ob die Bremsen gut erreichbar sind?
Bremsen müssen zur Handgröße und Handkraft passen. Besonders bei Arthrose, Rheuma, Zittern, weniger Kraft oder Taubheitsgefühl in den Fingern kann die Bedienung schwierig sein.
Prüfpunkte
- Können die Finger die Bremsgriffe gut umfassen?
- Muss die Person stark ziehen?
- Schmerzen die Hände beim Bremsen?
- Können beide Bremsen gleichzeitig bedient werden?
- Lässt sich die Feststellbremse sicher einrasten?
- Kann die Person die Feststellbremse auch wieder lösen?
- Ist die Bedienung verständlich?
Wenn die Bedienung schwerfällt, kann ein anderes Modell oder eine fachliche Anpassung nötig sein.
Wie sollte die Sitzfläche beim Rollator eingestellt oder geprüft werden?
Viele Rollatoren haben eine Sitzfläche für kurze Pausen. Die Sitzfläche sollte stabil, unbeschädigt und passend zur Person sein.
Wichtig:
- Sitzfläche darf nicht wackeln.
- Rollator muss vor dem Sitzen gebremst werden.
- Untergrund sollte eben sein.
- Rückengurt oder Rückenstütze sollte korrekt angebracht sein.
- Die Person sollte sich langsam hinsetzen.
- Der Rollator darf nicht als Rollstuhl genutzt werden.
Ein Rollator ist nicht dafür gedacht, eine Person sitzend zu schieben. Die Sitzfläche dient nur für kurze Pausen.
Wie prüft man die richtige Rollator-Breite?
Ein Rollator muss nicht nur zur Person passen, sondern auch zur Umgebung. Ein sehr breiter Rollator kann in engen Wohnungen oder kleinen Badezimmern unpraktisch sein.
Prüffragen zur Breite
|
Bereich |
Prüffrage |
|
Wohnungstür |
passt der Rollator gut hindurch? |
|
Flur |
bleibt genug Platz zum Wenden? |
|
Badezimmer |
kommt die Person sicher bis zum WC oder Waschbecken? |
|
Schlafzimmer |
ist der Weg vom Bett zur Tür frei? |
|
Küche |
kann der Rollator sicher bewegt werden? |
|
Aufzug |
passt der Rollator hinein? |
|
Auto |
kann der Rollator transportiert werden? |
Wenn der Rollator zwar draußen gut funktioniert, aber in der Wohnung zu sperrig ist, kann eine zusätzliche Beratung sinnvoll sein.
Welche Rolle spielt das Gewicht des Rollators?
Das Gewicht beeinflusst Transport, Kontrolle und Alltagstauglichkeit. Ein leichter Rollator ist einfacher zu heben, zum Beispiel ins Auto oder über kleine Hindernisse. Ein schwererer Rollator kann sich draußen stabiler anfühlen, ist aber schwerer zu bewegen.
Wichtig ist die Frage: Wo wird der Rollator überwiegend genutzt?
|
Einsatzbereich |
Worauf achten? |
|
Wohnung |
wendig, schmal, leicht manövrierbar |
|
draußen |
stabile Räder, gute Bremsen, sicherer Lauf |
|
Auto/Transport |
faltbar und nicht zu schwer |
|
Einkauf |
geeignete Tasche oder Korb, nicht überladen |
|
unebene Wege |
größere Räder können hilfreich sein |
Ein Rollator sollte nicht nur nach Gewicht gekauft werden. Entscheidend ist die Kombination aus Stabilität, Bedienbarkeit und Einsatzort.
Welche Räder sind sinnvoll?
Räder beeinflussen, wie ruhig und sicher ein Rollator läuft. Kleine Räder sind oft wendig, größere Räder können auf unebenen Wegen angenehmer sein.
Orientierung
|
Radtyp / Eigenschaft |
Möglicher Vorteil |
Hinweis |
|
kleine Räder |
wendig in der Wohnung |
draußen auf Unebenheiten weniger angenehm |
|
größere Räder |
besser bei Gehwegen, Fugen, kleinen Unebenheiten |
Rollator oft etwas größer |
|
weiche Bereifung |
angenehmeres Fahrgefühl |
Verschleiß prüfen |
|
Luftreifen |
können Unebenheiten dämpfen |
Luftdruck prüfen |
|
pannensichere Reifen |
weniger Wartung |
Fahrkomfort je nach Modell unterschiedlich |
Für viele Senioren ist wichtig, dass der Rollator sowohl im Alltag als auch auf typischen Wegen sicher zu kontrollieren ist.
Wie prüft man, ob der Rollator sicher steht?
Ein Rollator sollte stabil stehen, wenn die Feststellbremse aktiviert ist. Er darf nicht leicht wegrollen oder seitlich kippen.
Standfestigkeit prüfen
- Auf ebenem Boden testen.
- Feststellbremsen aktivieren.
- Rollator leicht vor und zurück bewegen.
- Prüfen, ob beide Bremsen greifen.
- Sitzfläche nur auf ebenem Untergrund nutzen.
- Keine schweren Taschen an die Griffe hängen.
- Nur vorgesehene Tasche oder Korb verwenden.
- Herstellerangaben zur Belastbarkeit beachten.
Wenn der Rollator beim Sitzen, Bremsen oder Abstellen unsicher wirkt, sollte er geprüft werden.
Welche Rolle spielt die Belastbarkeit?
Rollatoren haben eine maximale Belastbarkeit. Diese betrifft nicht nur das Körpergewicht beim Sitzen, sondern auch die Nutzung im Alltag.
Wichtig:
- maximale Nutzerbelastung beachten,
- Sitzfläche nicht überlasten,
- Tasche oder Korb nicht überladen,
- keine schweren Einkaufstaschen an die Griffe hängen,
- bei höherem Körpergewicht geeignetes Modell wählen,
- bei Unsicherheit Sanitätshaus oder Fachberatung einbeziehen.
Das GKV-Hilfsmittelverzeichnis unterscheidet unter anderem auch Rollatoren mit erhöhter Belastbarkeit. Das zeigt, dass die Belastbarkeit ein sicherheitsrelevantes Auswahlkriterium ist.
Wie oft sollte man die Einstellung überprüfen?
Die Einstellung sollte nicht nur einmal nach dem Kauf geprüft werden. Körpergröße verändert sich zwar nicht stark, aber Haltung, Kraft, Beweglichkeit und Gesundheitszustand können sich verändern.
Eine Überprüfung ist sinnvoll:
- direkt nach dem Kauf,
- nach Stürzen oder Beinahe-Stürzen,
- nach Krankenhausaufenthalt,
- nach Operation oder Reha,
- bei neuen Schmerzen,
- wenn die Person stärker nach vorne gebeugt geht,
- wenn Bremsen schwerer bedient werden,
- wenn der Rollator plötzlich unsicher wirkt,
- mindestens regelmäßig im Alltag durch Sichtprüfung.
Auch Schrauben, Räder und Bremsen sollten regelmäßig kontrolliert werden.
Rollator einstellen: Komplette Checkliste
|
Punkt |
Prüffrage |
Erledigt |
|
Griffhöhe |
Griffe ungefähr auf Handgelenkshöhe? |
|
|
Körperhaltung |
geht die Person möglichst aufrecht? |
|
|
Ellenbogen |
leicht gebeugt statt gestreckt oder stark angewinkelt? |
|
|
Abstand |
geht die Person nah genug am Rollator? |
|
|
Bremsen |
beide Bremsen gut erreichbar? |
|
|
Feststellbremse |
rastet sicher ein und löst zuverlässig? |
|
|
Räder |
laufen alle Räder sauber und ruhig? |
|
|
Sitzfläche |
stabil und unbeschädigt? |
|
|
Faltmechanismus |
rastet sicher ein? |
|
|
Breite |
passt der Rollator durch wichtige Türen? |
|
|
Gewicht |
kann der Rollator im Alltag gut bewegt werden? |
|
|
Tasche/Korb |
sicher befestigt und nicht überladen? |
|
|
Reflektoren |
für draußen gut sichtbar? |
|
|
Anleitung |
Bedienung verstanden und geübt? |
Welche Fehler passieren beim Einstellen häufig?
|
Fehler |
Warum problematisch? |
Besser so |
|
Griffe zu niedrig |
gebeugte Haltung, Rückenbelastung |
Griffhöhe an Handgelenkshöhe orientieren |
|
Griffe zu hoch |
Schultern verspannen, weniger Kontrolle |
Höhe individuell prüfen |
|
Bremsen nicht getestet |
Sicherheitsrisiko |
vor Nutzung beide Bremsen prüfen |
|
Feststellbremse unbekannt |
Rollator kann wegrollen |
Bedienung üben |
|
Rollator zu weit vorne |
weniger Kontrolle |
näher am Körper führen |
|
Sitzfläche ohne Bremse nutzen |
Wegrollen möglich |
Feststellbremse aktivieren |
|
Taschen an Griffe hängen |
Kippgefahr |
nur vorgesehene Tasche/Korb nutzen |
|
Falsches Modell für Wohnung |
zu breit oder unhandlich |
Einsatzort vorher prüfen |
|
Keine Einweisung |
Bedienfehler bleiben |
Sanitätshaus, Therapie oder Training nutzen |
Wer kann beim Einstellen helfen?
Die Einstellung sollte nicht nur nach Gefühl erfolgen. Fachliche Unterstützung ist besonders sinnvoll, wenn Unsicherheit, Schmerzen, Stürze oder besondere Einschränkungen bestehen.
Mögliche Ansprechpartner sind:
- Sanitätshaus,
- Physiotherapie,
- Ergotherapie,
- Hausarzt oder Facharzt,
- Pflegeberatung,
- Pflegestützpunkt,
- Reha-Einrichtung,
- Rollatortraining bei Seniorenbüro, Verkehrswacht oder ähnlichen Angeboten.
Ein Sanitätshaus kann häufig Griffhöhe, Bremsen, Modellgröße und Zubehör prüfen. Physiotherapie oder Ergotherapie kann zusätzlich die Nutzung im Alltag üben.
Wird ein Rollator von der Krankenkasse bezahlt?
Ein Rollator kann als Gehhilfe ein Hilfsmittel der gesetzlichen Krankenversicherung sein. Ob die Krankenkasse die Kosten übernimmt, hängt vom Einzelfall ab.
In der Regel sind wichtig:
- medizinischer Bedarf,
- ärztliche Verordnung,
- Prüfung durch die Krankenkasse,
- Versorgung über Vertragspartner oder Sanitätshaus,
- ausreichende, zweckmäßige und wirtschaftliche Versorgung,
- mögliche gesetzliche Zuzahlung,
- mögliche Mehrkosten bei Sonderwünschen.
Ein privater Kauf bedeutet nicht automatisch, dass die Kosten später erstattet werden. Wer eine Kostenübernahme prüfen möchte, sollte vor dem Kauf mit Krankenkasse, Arzt, Sanitätshaus oder Pflegeberatung sprechen.
Welche Angaben können auf der Verordnung wichtig sein?
Wenn ein Rollator ärztlich verordnet wird, sollte der Bedarf möglichst nachvollziehbar beschrieben sein. Je konkreter die medizinische Begründung, desto besser kann geprüft werden, welche Versorgung passend ist.
Mögliche relevante Angaben können sein:
- warum eine Gehhilfe benötigt wird,
- ob der Rollator drinnen, draußen oder beides genutzt werden soll,
- ob besondere Anforderungen bestehen,
- ob eine erhöhte Belastbarkeit nötig ist,
- ob Handkraft oder Bremsbedienung eingeschränkt sind,
- ob besondere Griffhöhe oder Ausstattung erforderlich ist,
- ob Sturzgefahr oder Gangunsicherheit besteht.
Welche Angaben im Einzelfall sinnvoll sind, sollte ärztlich oder mit dem Sanitätshaus geklärt werden.
Krankenkasse oder Pflegekasse: Wer ist zuständig?
Bei einem Rollator ist häufig die Krankenkasse zuständig, wenn er medizinisch notwendig ist, um eine Behinderung auszugleichen oder Mobilität zu ermöglichen. Die Pflegekasse kann bei Pflegehilfsmitteln zuständig sein, wenn ein Pflegegrad vorliegt und das Hilfsmittel vor allem die Pflege erleichtert oder eine selbstständigere Lebensführung im Pflegealltag unterstützt.
Die Abgrenzung kann im Einzelfall schwierig sein. Deshalb sollte vor dem Kauf oder Antrag geklärt werden, welcher Kostenträger zuständig ist.
Wann sollte man den Rollator neu einstellen lassen?
Eine Neueinstellung oder Überprüfung ist sinnvoll, wenn:
- die Person kleiner oder stärker gebeugt wirkt als früher,
- neue Schmerzen auftreten,
- der Rollator nicht mehr sicher kontrolliert wird,
- die Person häufiger stolpert,
- Bremsen schlechter bedient werden,
- der Rollator nach Reparatur oder Transport verstellt wurde,
- die Person neue Schuhe trägt,
- ein Krankenhaus- oder Reha-Aufenthalt stattgefunden hat,
- sich Kraft oder Gleichgewicht verändert haben.
Auch nach längerer Nutzung sollte der Rollator regelmäßig kontrolliert werden.
Welche Übungen helfen, den eingestellten Rollator sicher zu nutzen?
Die richtige Einstellung ist nur der erste Schritt. Danach sollte die Nutzung in Alltagssituationen geübt werden.
Sinnvoll zu üben sind:
- geradeaus gehen,
- langsam drehen,
- Bremsen und Anhalten,
- Feststellbremse aktivieren,
- Hinsetzen und Aufstehen,
- durch Türen gehen,
- kleine Schwellen,
- leichte Steigungen und Gefälle,
- Nutzung im Flur oder Aufzug.
Bei Unsicherheit sollte das Training durch Physiotherapie, Ergotherapie oder eine geschulte Person begleitet werden.
Welche Hilfen können sichere Mobilität zusätzlich unterstützen?
Ein richtig eingestellter Rollator kann ein wichtiger Baustein für mehr Sicherheit im Alltag sein. Je nach Situation können weitere Hilfen sinnvoll sein:
- Duschstuhl mit Armlehnen, wenn langes Stehen beim Duschen schwerfällt,
- Greifarm, um leichte Gegenstände ohne tiefes Bücken zu erreichen,
- Sockenanziehhilfe, wenn Anziehen im Stehen oder starkes Bücken unsicher ist,
- Tablettenorganisierer oder Tablettenetui für mehr Struktur bei Medikamenten,
- Blutdruckmessgerät zur Messung und Dokumentation zu Hause,
- Haltegriffe oder Badewannengriff, wenn im Bad zusätzliche Sicherheit nötig ist.
Bei allvera finden Senioren und Angehörige praktische Produkte, die je nach Situation Mobilität, Sicherheit und Selbstständigkeit im Alltag unterstützen können. Dazu gehören unter anderem Rollator, Duschstuhl, Greifarm, Sockenanziehhilfe und Produkte für Gesundheit & Monitoring.
Wichtig: allvera-Produkte werden nicht automatisch von Krankenkasse oder Pflegekasse erstattet. Ob ein Produkt im Einzelfall geeignet ist oder erstattet werden kann, sollte individuell mit Krankenkasse, Pflegekasse, Arzt, Therapeut, Pflegeberatung oder Sanitätshaus geklärt werden.
Häufige Fragen
Wie hoch muss ein Rollator eingestellt sein?
Als Orientierung sollten die Griffe ungefähr auf Höhe der Handgelenke liegen, wenn die Person aufrecht steht und die Arme locker hängen lässt. Beim Gehen sollten die Ellenbogen leicht gebeugt sein.
Was passiert, wenn der Rollator zu niedrig eingestellt ist?
Dann geht die Person häufig stark nach vorne gebeugt. Das kann Rücken, Schultern und Sicherheit beeinträchtigen. Außerdem wird der Rollator oft zu weit vor dem Körper geschoben.
Was passiert, wenn der Rollator zu hoch eingestellt ist?
Zu hohe Griffe können zu hochgezogenen Schultern, Verspannungen und schlechterer Kontrolle führen. Auch die Bremsen können ungünstiger erreichbar sein.
Wie erkennt man die richtige Haltung am Rollator?
Die Person sollte möglichst aufrecht gehen, die Schultern entspannt halten und den Rollator nah am Körper führen. Die Füße sollten sich ungefähr zwischen den Hinterrädern befinden.
Wie prüft man die Bremsen am Rollator?
Beide Bremsen sollten gut erreichbar, leicht bedienbar und zuverlässig sein. Die Feststellbremse muss sicher einrasten. Wenn der Rollator trotz Bremse rollt, sollte er geprüft werden.
Darf man sich am Rollator hochziehen?
Das ist nicht empfehlenswert. Der Rollator kann kippen oder wegrollen. Sicherer ist es, sich von Armlehnen, Stuhl oder festen Haltegriffen abzudrücken und den Rollator erst zu greifen, wenn man sicher steht.
Wer stellt einen Rollator richtig ein?
Sanitätshaus, Physiotherapie, Ergotherapie, Pflegeberatung oder Reha-Fachkräfte können beim Einstellen helfen. Auch bei der Übergabe über einen Hilfsmittelanbieter sollte eine Einweisung erfolgen.
Wird ein Rollator von der Krankenkasse übernommen?
Ein Rollator kann bei medizinischer Notwendigkeit als Hilfsmittel übernommen werden. In der Regel ist eine ärztliche Verordnung erforderlich. Die Kostenübernahme hängt vom Einzelfall und der Prüfung durch die Krankenkasse ab.
Quellen & fachliche Grundlage
Dieser Ratgeber wurde auf Grundlage öffentlich zugänglicher Fachinformationen, offizieller Informationsquellen und neutraler Verbraucherinformationen erstellt. Die Inhalte dienen der allgemeinen Orientierung und ersetzen keine ärztliche, therapeutische, pflegerische oder rechtliche Beratung. Ob ein Hilfsmittel im Einzelfall geeignet ist oder erstattet werden kann, sollte individuell mit Pflegekasse, Krankenkasse, Arzt, Therapeut oder Pflegeberatung geklärt werden.
Verwendete Quellen:
-
Zentrum für Qualität in der Pflege: Rollator – Tipps zum sicheren Umgang
https://www.zqp.de/wp-content/uploads/ZQP_Ratgeber_Rollator.pdf -
Zentrum für Qualität in der Pflege: Damit ein Rollator hilft und nicht schadet
https://www.zqp.de/presse/tipps-rollator/ -
gesund.bund.de: Stürze bei älteren Menschen
https://gesund.bund.de/stuerze-aeltere-menschen -
GKV-Spitzenverband: Hilfsmittelverzeichnis – Produktgruppe 10 Gehhilfen
https://hilfsmittel.gkv-spitzenverband.de/home/verzeichnis/44db2879-6174-45b7-bf07-e9a0af1039e1 -
GKV-Spitzenverband: Fortschreibung Produktgruppe 10 „Gehhilfen“
https://www.gkv-spitzenverband.de/media/dokumente/krankenversicherung_1/hilfsmittel/fortschreibungen_aktuell/12_2022/20221209_Fortschreibung_Produktgruppe_10_Gehhilfen.pdf -
Verbraucherzentrale: Hilfsmittel beantragen – Wie geht das richtig?
https://www.verbraucherzentrale.de/wissen/gesundheit-pflege/krankenversicherung/hilfsmittel-beantragen-wie-geht-das-richtig-6895 -
Verbraucherzentrale: Hilfsmittel – Wer trägt welche Kosten?
https://www.verbraucherzentrale.de/wissen/gesundheit-pflege/krankenversicherung/hilfsmittel-wer-traegt-welche-kosten-6900 -
Gemeinsamer Bundesausschuss: Hilfsmittel-Richtlinie
https://www.g-ba.de/richtlinien/13/



Hinterlasse einen Kommentar
Diese Website ist durch hCaptcha geschützt und es gelten die allgemeinen Geschäftsbedingungen und Datenschutzbestimmungen von hCaptcha.